Die Prora Block 3 Liegenschaftsgesellschaft mbH erarbeitete das
Nutzerkonzept und stellte im Oktober 2002 einen Kaufantrag bei der OFD
Rostock. Dezember 2003 wurde gegen dieses Konzept entschieden und der
Block der Museumsmeile an den Inhaber des Eisenbahn- und Technikmuseums
Rügen verkauft. Im April 2004 scheiterte der Verkauf. Die
Liegenschaftsgesellschaft bestättigte ihr weiteres Kaufinteresse
und wiederholte den Kaufantrag. Die dazu notwendigen Entscheidungen der
OFD stehen noch aus.
Was ist das Nutzerkonzept Prora-Mitte?
Der Bereich "Prora-Mitte" umfaßt die Gebäude Block 3 und Quertrakt und die angrenzenden Flächen, also auf der Seeseite die einst geplante Strandpromenade zwischen Gebäude und Düne, auf der Landseite die Zufahrtsstraße, die Parkplätze und Teile des Waldes.
In den Gebäuden haben sich seit 1994 mehrere Museen angesiedelt, heute bekannt als die Museumsmeile Prora: Kultur-Kunststatt Prora, Museum Prora, Grafikmuseum Vogel, Museum TierReich und das Dokumentationszentrum Prora. Zur Museumsmeile zählt auch das weiter nördlich liegende Eisenbahn- und Technikmuseum Rügen.
Zu den Museen haben sich im Laufe der Jahre angesiedelt: mehrere Kunstwerkstätten, die Diskothek M3 und das Jugend-herbergshotel One World Camp Prora Youth Hostel, dazu zwei Literaturcafès und eine Gaststätte.
Die Prora Block 3 Liegenschaftsgesellschaft mbH erarbeitete das Nutzerkonzept Prora-Mitte für die Sanierung und Erhaltung der Gebäude und Flächen und den dauerhaften Betrieb der dort ansässigen Einrichtungen. Das Konzept ist also ein Dokument, in dem die zugehörigen technischen und wirtschaftlichen Details beschrieben sind und Grundlage für einen Kaufantrag für den Liegenschaftsteil.
Vorgeschichte:
Seit 2002 besteht ein Auftrag des Kreistages an die Kreisverwaltung, sich für die Erhaltung der Museumsmeile Prora einzu-setzen. Das ist aus der Interessenlage des Landkreises auch verständlich: Erstens ist die Museumsmeile ein erheblicher Beschäftigungsfaktor: Sie bietet heute etwa 80 Arbeitsplätze, in der Endausbaustufe werden es rund 100 Arbeitsplätze sein.
Und zweitens ist die Museumsmeile mit dem historisch authentischen Baudenkmal Prora eine wichtige Ganzjahresattraktion. Sie dient also dem Tourismus, ohne die angespannte Wettbewerbssituation im Rügener Beherbergungsgewerbe zu verschärfen oder erneut Natur zu versiegeln.
Die Gebäude in Prora-Mitte sind im Gegensatz der angrenzenden Anlagen fast komplett belegt. Etwa 70 % der Fläche sind heute genutzt . Nimmt man die teils seit zwei Jahren vorliegenden Mietoptionen hinzu, könntenmehr als 95% der Fläche belegt sein.
Als das Militär 1992 aus den Prora-Blöcken auszog, war alles noch in nutzbarem Zustand. Schlimm steht es heute um die vier Gebäudeblöcke rechts und links von der Museumsmeile. Sie sind seit Jahren im wesentlichen ungenutzt und der Verwahrlosung überlassen.
Hingegen gibt es an dem Gebäude der Museumsmeile, dem Block 3 und angrenzenden Quertrakt, hauptsächlich einen Reparaturstau an Dach und Fassade. Durch die fast lückenlose Nutzung ist das Gebäude ansonsten intakt. Auf Grund der Planungsunsicherheit der Firmen (nur Jahresmietverträge) vor Ort und der mangelnden Bereitschaft des BVA`s weitere Ansiedlungen zuzulassen, mußte eine Lösung gefunden werden!
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Merkmale des Nutzerkonzeptes Prora-Mitte
Erwerb des Liegenschaftsteils Block III und Bewirtschaftung durch Nutzer, Rechtsform: gemeinnützige GmbH; Formel:
Nutzer = Mieter = Eigentümer.
Erhalt des Baudenkmals (Grundlage für Gemeinnützigkeit).
Festlegung der Mieten auf der Grundlage der tatsächlichen Kosten - keine Gewinnabschöpfung und -erwartung durch Eigentümer - dadurch Kostenkaltmiete; Energiekosten werden durch die Nutzer direkt abgerechnet.
Umgekehrte Rechnung: Leistbare Mieten der Kultur- und Jugendeinrichtungen sind Grundlage für die Kostendeckung der Sanierung, dadurch Festlegung von Prämissen und Zeitabläufen.
Auf Grund der großen Mietflächen, bei nur beispielsweise 1 Euro Kaltmiete pro qm hat die Gesellschaft jährlich ca 0,5 Mill. Euro für eine Sanierung zur Verfügung. Entsprechend Architekturgutachten ist somit eine Grundsanierung des Gebäudes in ca. 5 Jahren möglich.
Entsprechend der Wirtschaftlichkeit und in Verantwortung der
Unternehmen erfolgt im gleichen Zeitraum eine komplette Innen-sanierung.
Veranschlagt sind ca. 12,5 Mio Euro Investitionen für den
Erhalt und der Wertverbesserung des denkmalgeschützten
Gebäudes - finanziert durch die Mieter entsprechend ihrer genutzten
Flächen.
Festlegung der Nutzungen auf Kultur-, Bildungs- und Jugendeinrichtungen ohne Verdrängung der seit Jahren ansässigen Einrichtungen (damit Berücksichtigung der getätigten Investsummen).
Gewährleistung der öffentlichen Zugänglichkeit.
Gleichbehandlung aller Mieter und Nutzer (Forderung des Finanzamtes wegen Gemeinnutz).
Ziel:
Eine Museumsmeile ohne Abhänigkeit von Fördermitteln, durch Eigenverantwortung, Flexibilität, Planungssicherheit der Unter-nehmen durch gemeinsames Eigentum, Kostenmieten, vielschichtige und ergänzende Angebote.
Erhaltung des historischen Gebäudeemsemble und Steigerung der touristischen Anziehungskraft durch qualitative Kulturange-bote und erlebbare Architektur.
Nutzung der noch zur Zeit nicht zugänglichen Bereiche: 500 m Rue Interieure im 1.Stock, ehemalige geplante Empfangshalle als Mehrzweckhalle und der Ruinen der Säulenhalle mit den Resten des Gemeinschaftshauses oberhalb der Kaianlage.
Schaffung einer Promenade entlang der Dünen und einer
Parklandschaft zwischen dem Block und der Poststraße von Prora.
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Prora, Block 3, Ansicht Landseite in Richtung Süden - das aktuelle Chaos wird dem Denkmal nicht gerecht |
Zielsetzung der Prora Block 3 Liegenschaftsgesellschaft mbH - geordnete Wegweisung, freie Sicht und intakte Gebäude |