Museum Putbus Rügen - Startseite

Außenansicht   Der Empfangsbereich im Museum Putbus.

Das Museum Putbus in der Ruhlandhalle an der Lauterbacher Straße.       Der Empfangsbereich des Museum Putbus mit Café.

Putbus-Geschichte unterm Wellblech-Dach


Drei Jahre schlummerten die Exponate in Asservatenkammern. Jetzt wurden Info-Tafeln zur Putbus-Geschichte entstaubt. Das ehemalige Museum Prora hat ein neues Domizil gefunden — die Ruhlandhalle in Putbus.Putbus (OZ) - „Hinter dem Holunderbusch“ wird 2010 gefeiert. Den Anlass erfahren Insulaner und Gäste neuerdings unter einem großen, halbrunden Wellblech-Dach gleich neben dem „Inselparadies“ in Putbus. Dort steht der Hallenbau aus DDR-Produktion. Seinen Namen bekam die markante halbrunde Konstruktion mit ihrer Außenhaut aus Blech nach ihrem Herstellungsort — Ruhland in der Oberlausitz. In der Putbusser Ruhland-Halle ist eine neue Ära angebrochen. Die Museo Ausstellungs Service GmbH will einerseits dafür sorgen, dass die bislang leer stehende Halle zum Publikumsmagneten wird.

Andererseits wird mit der Halle auch ein neues Kapitel der Gesellschaft aufgeschlagen. „Wir haben endlich ein neues Domizil gefunden. In der Ruhlandhalle starten wir neu durch“, sagt Solveig Lindow.

„Museum Historium“ lädt ein ein großes Transparent am Halleneingang zum Besuch ein. Die gläserne Fensterfront dahinter ist weniger einladend. Die Farbe blättert. „Alles zu seiner Zeit“, sagt Solveig Lindow, die als Museumsmanagerin die Fäden zieht. Kein Neuland für die Putbusserin, denn schon in Prora hatte sie dafür mit den Hut auf in dem von der GmbH betriebenen „Museum zum Anfassen“, der „Wasserwelt“ und dem historischen Prora-Museum. Alle drei Einrichtungen befanden sich im Block 3. „Den hat der Bund aber verkauft. Wir bekamen die Kündigung und mussten 2006 ausziehen“, blickt sie zurück. Die in Prora gezeigten Exponate wurden eingelagert, in Scheunen in Sagard und Putbus. „Viele Ausstellungsstücke mussten wir vernichten“, bedauert sie. Der Grund: In Prora standen rund 4000

Quadratmeter zur Verfügung, in Putbus ist die Ausstellungsfläche zehnmal kleiner. „Einige Exponate zum Selbstausprobieren aus dem Experimentiermuseum zum Anfassen konnten wir zum Glück verkaufen.“ An denen probieren sich jetzt Besucher des „Experimenta“-Museums auf Fehmarn aus, so Lindow.

Doch auch bei ihr überwiegt die Freude, dass endlich ein neues Domizil auf der Insel gefunden ist. Mehrfach hatte die Museo GmbH in der Vergangenheit dazu Anlauf genommen. Sie unterbreitete ein Angebot zum Betreiben der Orangerie, das die Stadt aber ablehnte. Sie wollte unter das Dach der ehemaligen Brauerei an der Alleestraße in Putbus ziehen. Der Discounter Netto hat das Gebäude erworben und lässt es sanieren. „Die sind aber immer noch nicht fertig“, landet Solveig Lindow bei den Bemühungen der Museo GmbH in der Ruhland-Halle. Die wurde zwangsversteigert. Die Gesellschaft ist jetzt der neue Mieter.

Eine der wichtigsten Tagesaufgaben für die Putbusserin Lindow: Sie dirigiert zurzeit Handwerker im linken Hallentrakt. Dort sieht es noch ziemlich chaotisch aus. Bei der Witterung sei es zunächst am Wichtigsten gewesen, dass die Heizung funktioniert, ist die Museumsmanagerin aber optimistisch, dass in diesem Hallenteil zu Ostern wieder ein Museum zum Anfassen eröffnet werden kann.

Das Eintauchen in die Putbus-Geschichte im rechten Hallenteil ist schon möglich. Dort wurde vor wenigen Tagen das Mu- seum „Historium“ eröffnet. Solveig Lindow lädt zum Rundgang ein. Auf Schautafeln werden 200 Jahre europäische und deutsche Geschichte, vor allem aber die der ehemaligen Fürstenresidenz gezeigt. „Was passierte in Europa? Wie tickte Putbus zu den Höhepunkten der Geschichte? Auf diese Fragen wollen wir Antwort geben“, erläutert Lindow. Antwort bekommt der Besucher dabei auch auf die Frage, warum 2010 „hinter dem Holunderbusch“ gefeiert wird. Weil vor 200 Jahren für „Podebuz“ — übersetzt bedeutet es „hinter dem Holunderbusch“ — der Grundstein für das fürstliche Residenzstädtchen gelegt wurde. 

UDO BURWITZ  Ostsee-Zeitung vom 28.01.2010

Museum Putbus Rügen - Startseite